Wissen

Was alles im Verlaufe eines Lebens in unseren kleinen Köpfen gespeichert wird, ist schon unglaublich. All diese Dinge, die mit dem richtigen Reiz aus den Untiefen unserer Erinnerung an die Oberfläche strömen können. Sie können uns aus der Ungewissheit reißen, oder diese vertiefen, wenn wir das plötzlich auftretende Wissen nicht in den richtigen Kontext bekommen.

Es gibt aber auch Wissen, das wir verdrängen. Ganz bewusst. Zum Beispiel das Wissen um unseren eigenen, unabdingbaren Tod. Wir wissen, dass er uns nicht verschonen wird, und doch drängen wir ihn weg, wollen nichts darüber wissen. Bis wir mit aufgerissenen Augen in den Himmel starren und ein letztes, heiseres: „Warum?“ aus unserer Kehle in die Welt der Lebenden entfleucht.

Was dann kommt, ist ungewiss. Nur der Tod ist gewiss. Wir wissen nicht einmal, ob wir wissen, das wir gerade gestorben sind. Obwohl, nun, vielleicht doch. Alles ist ungewiss.

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Wechsel

An einer der Haltestellen unterwegs wechselten die Busfahrer. Ich konnte mir nie merken, an welcher genau und war immer überrascht, wenn der aktuelle Fahrer plötzlich den Bus verließ. Erst dachte ich, er geht eine rauchen, was er ja auch in unregelmäßigen Sequenzen immer mal wieder tat. Doch an dieser einen Haltestelle stieg ein neuer, frischer Fahrer ein. Dieser richtete sich seinen Arbeitsplatz ein, was je nach Fahrer unterschiedlich lange dauern konnte. Es war also ungewiss, wie viel Verspätung wir durch den Wechsel haben würden. Gewiss war nur die Nervosität, ob der Anschlussbus wartet.